Montag, 17. April 2017

[Rezension] Schatten - Ursula Poznanski

"Schatten" ist der vierte Fall von Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. Mit drei Morden, einem Mordversuch und einer Entführung bekommen sie es diesmal zu tun. Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten, aber bereits 48 Stunden, nachdem ich das Buch begonnen hatte, hatte ich die 416 Seiten durch. Das sagt doch eigentlich schon alles.



Wann immer ein neues Buch von Ursula Poznanski in die Bücherregale kommt, horche ich auf. Sie zählt zu den Autorinnen, deren Werke ich am Stück verschlinge. Ein bisschen enttäuscht war ich daher, weil "Stimmen", der Vorgängerroman von "Schatten", mich nicht in der gleichen Weise überzeugte, wie ich es gewohnt war.

 Spannung bis zum Schluss


"Schatten" hingegen ist ein wahrer Pageturner, der bis zum Schluss die Spannung aufrechterhält und den Leser bei der Entlarvung des Mörders mitfiebern lässt. Dabei gerät Beatrice Kaspary wieder einmal selbst in größte Gefahr. Zum Glück kann sie sich auf ihr kluges Köpfchen und ihr kriminalistisches Gespür verlassen.

Poznanski verknüpft mehrere Handlungsstränge aus den vorherigen Romanen miteinander, indem sie eine Figur auftauchen lässt, die bereits zuvor eine bedeutende Rolle spielte. Und auch die Geschichte zwischen Beatrice und Florin, die sich nicht nur beruflich nahestehen, wird im Roman weitererzählt. Aber keine Sorge, auch ohne dieses Vorwissen kann man der Geschichte problemlos folgen.

Gruß aus der Vergangenheit


Und darum geht's: Ein Mann wird tot aufgefunden. Er wurde in seiner Wohnung regelrecht hingerichtet. Schnell wird deutlich: Hier scheint ein Profi am Werk. Und Beatrice kannte den Mann. Der Verdacht fällt zunächst auf ehemalige Mithäftlinge, denn das Opfer saß mehr als einmal im Gefängnis und war ein unangenehmer Zeitgenosse. Allerdings führen ein paar Gegenstände am Tatort auf eine andere Spur.

Als dann die zweite Leiche auftaucht, die einer Frau, verdichten sich die Hinweise auf einen Serientäter. Und auch hier hat die Sache für Beatrice einen unangenehmen Beigeschmack. Beide Opfer hatten eine einzige Sache miteinander gemein: Die Kommissarin konnte sie nicht ausstehen. Zufall oder spielt der Mörder ein perfides Spiel mit ihr?

Die Schatten hinter sich lassen


Es ist ein Fall, der die beziehungsgebeutelte Beatrice an ihre Grenzen bringt. Sie muss sich nicht nur den aktuellen Taten, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen. Dass sie trotzdem einen kühlen Kopf behält, ist bewundernswert. Es scheint, als könne sie langsam, aber sicher die Schatten abwerfen und all die Belastungen hinter sich lassen, die sie bis hierher begleitet haben.

Ihre Scheidung, der nervtötende Ex-Mann und der Streit um die gemeinsamen Kinder sowie der traumatische Verlust ihrer ehemals besten Freundin zu Studienzeiten, all das schien Beatrice bis jetzt daran zu hindern, ein selbstbestimmtes, glückliches Leben zu führen. Wir dürfen gespannt sein, ob es ihr im Folgeband endlich gelingt!

Fazit: Unbedingt lesenswert!


Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. 








Donnerstag, 30. März 2017

[Rezension] Der Wind war es - Nataša Dragnić


In der Abgeschiedenheit einer kleinen, kroatischen Insel wollen sechs junge Leute ein Theaterstück proben, doch ihr alltägliches Drama holt sie immer wieder ein. Wie zu erwarten war, endet der Ausflug mit einer wirklichen Tragödie. Dies ist zusammengefasst eigentlich schon die Geschichte des Romans „Der Wind war es“ von Nataša Dragnić.