Freitag, 1. Januar 2016

Rückblick & Lesestatistik 2015

Als ich in mein Lesejahr 2015 startete, hatte ich mir viel vorgenommen. Ein Buch pro Woche, so lautete die Devise. Das betraf sowohl das Lesen als auch das Bloggen. Während ich letzteres auf dem Seitenfresserchen nicht ganz durchgehalten habe (38 Artikel in 52 Wochen), kann sich meine Leseliste für 2015 sehen lassen. Bevor ich im Detail darauf eingehe, was mich derweil so beschäftigt hat, hier erstmal das Wichtigste in Zahlen:

Meine Leseliste 2015


Insgesamt gelesene Bücher: 64
Romane/Krimis: 38
Sachbücher: 14
Autobiografien/Biografien: 12
Gelesene Seiten: 21.062
Lesestärkster Monat: Mai (8 Bücher)
Leseschwächster Monat: November (2 Bücher)


Nicht mitgerechnet habe ich Bücher, aus denen ich nur Teile oder einzelne Kapitel gelesen habe, was für viele Sachbücher zutrifft. Zudem habe ich einige Zeitschriften und natürlich diverse Blogs gelesen. Der Messbarkeit halber habe ich mich bei meiner Statistik allerdings auf die fertig gelesenen Bücher beschränkt.

Meine Lesehighlights


Wenn ich meine Liste so durchsehen, fällt es mir schwer, in diesem Jahr einen eindeutigen Favoriten zu benennen. Es sind gleich mehrere Bücher, die ich verschlungen habe. Einige empfehlenswerte Bücher möchte ich euch hier noch einmal kurz vorstellen:

Gleich am Anfang des Jahres stieß ich auf den Roman "Die Insel der besonderen Kinder". Es ist in gewisser Weise ein Bilderbuch für Erwachsene. Anhand von alten Fotografien erzählt  Autor Ransom Riggs die Geschichte von Jacob und einigen Kindern, die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Ich fand die Geschichte nicht nur sehr fantasievoll, sondern auch spannend. Darum kann ich sie jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Ein poetisches und sensibles Werk ist "Die Illusion des Getrenntseins" von Simon van Booy. Wie in einem Episodenfilm springt der Autor zu verschiedenen Figuren und in unterschiedliche Zeitstränge. Am Ende haben sie irgendwie alle miteinander zu tun. An diesem Buch hat mir allem voran die bildreiche Sprache fasziniert. Getrenntsein, so die Botschaft, ist letztlich eine Illusion, eine Weltsicht, die der Mensch sich mit der Wahl seiner Perspektive selbst erschafft.

Ein ebensolcher Leseschmaus ist "Jahre wie diese" von Sadie Jones. Als ich mich für diese Lektüre entschied, war es zunächst die Geschichte, die mich reizte. Sie spielt in der Theaterlandschaft Londons der 70er-Jahre. Allerdings ist es keine Glamour-Welt, in die die Autorin entführt. Im Gegenteil: Die Protagonisten sind von tiefer Einsamkeit gezeichnet. Eine deprimierende Angelegenheit, wären da nicht diese Formulierungen und Sprachbilder, die die Lektüre zu einem Fest machen.

Obwohl ich von Haus aus keine leidenschaftliche Krimileserin bin, habe ich in diesem Jahr einige Krimis und Thriller gelesen. Das könnte daran liegen, dass mich bereits das Jugendbuch "Erebos" von Ursula Poznanski mitgerissen hat. Nun hat sie bereits einige Thriller auf den Markt gebracht, unter anderem "Stimmen", in dem sie ihr Ermittlerteam Beatrice Kaspary und Florin Wenniger in eine geschlossene Psychiatrie befördert.

Abschließend möchte ich euch noch "Rubinrotes Herz, eisblaue See" ans Herz legen. Morgan Callan Rogers versteht es, eine tragische Geschichte derart facettenreich auszustatten, dass man sie kaum aus der Hand legen kann. Ohne die Dinge zu beschönigen, bleibt am Ende die Protagonistin Florine mit einer gewaltigen Portion Hoffnung zurück. Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden, über Trauer und Verlust, aber auch über die Kraft, die in einem jeden von uns steckt.


Meine Lesemotivation


Im Herbst 2014 hatte ich ein zweites Studium begonnen, dessen Finale in der ersten Jahreshälfte 2015 lag. Die meisten Fachbücher, die ich las, fanden sich inhaltlich in meiner Diplomarbeit wieder, die ich im Mai abgeben musste. Man kann sich also vorstellen, dass ich neben Job und anderen Hobbys ganz gut ausgelastet war.

Ungeachtet dessen mag ich auch in meiner Freizeit nicht aufs Lesen verzichten. Es entspannt mich und erschließt mir neue Welten. Ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen. Selbstverständlich aber muss ich mit meiner Zeit gut haushalten. Dieses Blog ist ein reines Hobby von mir. Außer dem ein oder anderen Leseexemplar bekomme ich nichts dafür, dass ich hier über Bücher schreibe.

Im Gegenteil: Es ist meine Freizeit, die ich investiere. Umso mehr wundert es mich, mit welch einer Erwartungshaltung manche Menschen (zum Glück eine Minderheit!) auf einen Buchblogger zukommen. Was mich gleich zu meinem nächsten Punkt bringt:

Mein skurrilstes Erlebnis


Zwar habe ich nicht die höchsten Zugriffszahlen und auch nur wenige Follower hier auf diesem Blog (was mir tatsächlich auch nicht so wichtig ist), aber dennoch kommen immer wieder Autorinnen und Autoren auf mich zu, um mich um eine Rezension zu bitten. In der Regel fragen sie freundlich an, ich schaue, ob mich das Buch interessiert und ob es meine Zeit erlaubt, dass ich es lese, dann treffe ich eine Entscheidung.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Mail, in der eine Autorin eine meiner Rezensionen lobte. Sie fand das besprochene Buch interessant und schrieb mir, dass sie Bücher dieser Art sehr mögen würde. Sie selbst schreibe auch gerade an einem Buch. Ich bot ihr an, mich über den Fortschritt des Projektes zu informieren und schloss mit den Worten: "Vielleicht kann ich dich mal dazu interviewen, wenn es soweit ist."

So weit, so gut. Die Wochen strichen ins Land, dann hörte ich wieder von ihr. Unaufgefordert schickte sie mir ihr E-Book zu "mit Bitte um Rezension", denn: "weil du ernste Themen wie '5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen' in Deinem Blog behandelt hast, glaube ich, dass Du auch für mein Buch geeignet bist und es verstehst."

Allerdings lehnte ich ab (- der Schreibtisch sei voll! -) und verwies darauf, dass wir ursprünglich etwas anderes ausgemacht hatten. Das Interview stellte ich nach wie vor in den Raum. Ihre Reaktion? Unterirdisch! Sie entfolgte mich auf allen Kanälen und trollte auf meiner Facebook-Seite: Es sei lediglich eine Bitte gewesen, auf das Interview könne sie verzichten. Aaaaah ja.

Also liebe Autorengemeinde: Das ist ein gutes Beispiel, wie man es nicht macht! :D Natürlich könnt ihr mich immer gerne anschreiben. Und wenn ich ein Buch ablehne, nehmt dies bitte nicht persönlich. Das ist für uns alle dann ein wenig entspannter.

Blick auf 2016


Ob ich es im kommenden Jahr schaffen werde, erneut die 60-Bücher-Schallgrenze zu durchdringen, bezweifle ich sehr. Ab März steht in meinem Leben eine einschneidende Veränderung an, die mich sehr in Anspruch nehmen wird. Ich werde also für die nun folgenden Monate keine Prognose abgeben und einfach fröhlich lesen und bloggen, wie mir zumute ist und es meine Zeit erlaubt.

Es freut mich natürlich, wenn ihr mir weiter folgt und auch der ein oder andere Lesetipp seinen Weg von meinem Blog in euer Bücherregal findet. Ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr. Bleibt beweglich! :)





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