Mittwoch, 27. Februar 2013

"Schiffbruch mit Tiger" - Buch & Film

Es ist eines meiner erklärten Lieblingsbücher. Kaum eines habe ich schon so oft in der Hand gehabt wie dieses. Und ich denke, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich ihn in diesem Frühjahr zur Hand nahm, den Tiger. Anlass diesmal war die Verfilmung "Life of Pi" unter der Regie von Ang Lee, der mich zuletzt 2005 mit seinen poetischen Bildern in "Brokeback Mountain" beeindruckt hat.
In der Regel versuche ich, vor Literaturverfilmungen die Buchvorlage zu lesen. In diesem Fall kannte ich sie bereits, habe sie mir aber durch erneute Lektüre noch einmal ins Bewusstsein gerufen. Was genau war es denn nochmal, das mich derart in diese Geschichte zog?
Das Buch besteht aus drei Teilen, die sich inhaltlich stark voneinander absetzen. Im ersten Teil wird die Herkunft der Hauptfigur Picine Monitor Patel, genannt Pi, erzählt. Er wächst in Indien in einem Zoo auf und ist von Kindheit an mit den Verhaltensweisen der Tiere mehr als vertraut. Beispielsweise lernte ich durch die Lektüre, das Revierverhalten besser zu verstehen. Tiere, so lehrte mich Pi, halten sich gern im Vertrauten auf. Und wenn sie mal ausbrechen, kehren sie oft genug zurück. Sie wünschen sich feste Stukturen und klare Hierarchien. Dass ihm diese Erkenntnis später das Leben retten wird, ahnt der Junge zunächst noch nicht.