Freitag, 30. September 2011

[Rezension] "Das Buch der verlorenen Dinge" - John Connolly

Was zunächst als hübsch gestaltetes und märchenhaft anmutendes Jugendbuch daher kommt, hat es in diesem Fall ganz schön in sich. In seinem Roman "Das Buch der verlorenen Dinge" schafft John Connolly eine grausam-mystische Phantasiewelt. Hier trifft Realität auf Märchen, Märchen wird zum Spiegel nicht zu ertragender Realität.


Freitag, 23. September 2011

[Rezension] "Leeres Versprechen" - Evelyn Barenbrügge

Ich gebe zu, die Phase, in der ich historische Romane am Fließband las, liegt eine ganze Weile zurück. Ich bin auch nicht sicher, ob ich "Leeres Versprechen" überhaupt entdeckt hätte, wäre da nicht der sympathische Auftritt der Autorin auf der Mainzer Minipressen-Messe gewesen. Das ist wohl das Schicksal der Klein- und Kleinstverlage, dass sie in der Masse der Neuerscheinungen leicht übersehen werden. Aber so ist es ja oft, das einem der Zufall manch ein Buch vor die Füße spült. Diesmal also jenes hier:
Barenbrügge entführt uns ins 18. Jahrhundert. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der sympathische und nach einem Unfall in seiner Kindheit gehandicapte Bauernjunge Kaspar. Kaspar ist vierzehn Jahre alt. Mit seiner Familie bricht er aus dem durch Missernten und Steuererhöhungen gebeutelten Westfalen auf, um in Österreich ein besseres Leben zu beginnen. Die Reise, die er voller Hoffnung antritt, endet jedoch in einer Katastrophe. Und auch die Versprechungen der österreichischen Obrigkeit auf ein reiches und sorgenfreies Bauernleben in der neuen Heimat stellen sich als leere Worthülsen heraus. Gerade als die Familie sich mit den erschwerten Bedingungen arrangiert hat, bricht eine Tragödie über sie hinein, die Kaspar den Boden unter den Füßen wegzuziehen droht.


Samstag, 3. September 2011

[Rezension] "Der dunkle Wächter" - Carlos Ruiz Zafón

"Cravenmoore - so heißt das geheimnisvolle Anwesen am Meer, auf dem der Spielzeugfabrikant Lazarus Jann mit Hunderten mechanischer Figuren lebt. Schnell wird klar: Cravenmoore ist ein Ort voller Abgründe. Dunkle Schatten jagen durchs Haus, im Wald treibt eine mächtige Kreatur ihr Unwesen und vom Leuchtturm drohen die rätselhaften Septemberlichter. Als Irene und ihr neuer Freund Ismael dem Geheimnis um Lazarus Jann auf die Spur kommen, ist es fast zu spät: Dieser Sommer könnte ihr letzter werden..."


[Rezension] "Ohrfeige für die Seele" - Bärbel Wardetzki

Was ein Mensch als Kränkung erlebt, hängt in besonderer Weise von seiner individuellen Geschichte ab. Sicher, es gibt Kränkungen, die jedem nachvollziehbar erscheinen, aber eben auch andere, die ein Verhalten hervor rufen, das Außenstehende, bisweilen sogar Betroffene selber überrascht. In ihrem Buch "Ohrfeige für die Seele" berichtet Bärbel Wardetzki von Kränkungen und ihren Ursachen, die meist schon in der frühen Kindheit ihre Wurzeln haben.