Montag, 20. Juni 2011

[Rezension] "Gut gegen Nordwind" - Daniel Glattauer

Ein Zufall spielte mir auf einem Tisch reduzierter Ware dieses Büchlein in die Hände. Ein Zufall ist es auch, der die beiden Protagonisten dieses besonderen Romanes zusammen führt.
Emmi Rothner möchte eigentlich nur eines, ihr Zeitschriftenabo endlich kündigen. Ein verirrter Buchstabe lenkt ihre Nachrichten jedoch nicht an die Redaktion des Like-Magazins, sondern zu Leo Leike. Leo antwortet zunächst sehr sachlich und knapp. Als sich nach Monaten weitere Versehensmeldungen bei ihm einfinden, entwickelt sich aus der virtuellen Zufallsbekanntschaft ein aufregender, humorvoller und sinnlicher Dialog, der seinesgleichen sucht.


Samstag, 18. Juni 2011

Lesen reloaded

In der letzten Zeit lese ich immer häufiger Bücher, die mir gefallen oder etwas Bestimmtes in mir angestoßen haben, ein zweites oder drittes Mal. Früher konnte ich das nicht. Viel zu stark war das Gefühl, ich könnte unter den noch ungelesenen Exemplaren etwas Lohnenswerteres besitzen und folglich etwas Entscheidendes verpassen.
Das führte auch dazu, dass ich mir mittlerweile ein enormes Lesetempo angeeignet habe. Der Vorteil dabei ist: Ich bin eine Meisterin im Querlesen und Überfliegen, kann also innerhalb kürzester Zeit erfassen, ob mir beispielsweise ein Sekundärtext für meine Recherchearbeit nützlich ist. Zudem gelange ich in Romanen rasant zum großen Finale und muss mich nicht allzu lange mit der Frage beschäftigen, wie das Ganze wohl enden mag.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Mainzer Minipressen-Messe - Eine Nachlese

TAG EINS, Donnerstag 2. Juni 2011
Es ist 16h. Ich betrete zum ersten Mal das Zelt der Mainzer Minipressen-Messe. Ich bin hoch motiviert. Mit flockigem Schritt und fröhlich summend latsche ich siegessicher am Stand meines Verlegers vorbei und auf der anderen Seite des Zeltes wieder heraus. Hier gibt es Bratwurst. Auch ne Möglichkeit.
Ein erster Kontakt mit den netten Mädels an der Info hilft mir bei der Vertiefung meiner Ortskenntnisse. Verleger Friedo sitzt entspannt am Stand und liest eines seiner selbst verlegten Bücher. Ich vermute, er kennt den Inhalt bereits.
Wir stellen fest: Wir freuen uns, uns zu sehen, um 17h habe ich im Lesezelt zu lesen und die Pazifisten vom Stand nebenan verfügen über eine farbenreichere Dekoration. Dafür haben wir mehr Bücher als die. Also alles im grünen Bereich.

Dienstag, 7. Juni 2011

[Rezension] "3096 Tage" - Natascha Kampusch

Die Geschichte der Natascha Kampusch ist hinlänglich bekannt. Entführung. Kellerverlies. 3096 Tage. Selbstbefreiung. Entführer tot. Die Medien haben bis ins letzte Detail spekuliert, jede Silbe seziert, gedeutet, überwacht und dokumentiert. In Internetforen äußern freie Bürger hämisch ihre freie Meinung (- ohne Witz, einfach mal ein wenig googlen! -), denn: Ganz klar, wir wissen doch alle, wie sich ein Opfer zu verhalten hat! So jedenfalls nicht. Gefälligst! Oder Verschwörungstheorien: Das Schreckliche, das uns so anmacht, uns Gänsehaut verspricht, ist noch nicht schrecklich genug. Oder oder oder: Die hätte sich doch sicher eher befreien können. Sowas! Jedenfalls: Wer braucht bitte dieses Buch!? Und zack!: Was (sich) nicht (an)passt, wird passend gemacht! Schublade zu. Geht uns schließlich nichts an.


Mittwoch, 1. Juni 2011

[Rezension] "Kristallpalast" - Oliver Plaschka

Es ist mein erster Ausflug in ein Genre, das mir persönlich erst vor einigen Monaten begegnet ist, auf der letztjährigen BuchmesseCon in Dreieich nämlich. Dort hatte ich die Freude, einer Lesung Oliver Plaschkas aus seinem Roman "Kristallpalast" beizuwohnen, einem Vertreter der Steampunk-Schreiberlinge. Wikipedia erklärt das Genre folgendermaßen: "Steampunk ist unter anderem ein literarisches Genre, in dem eine oftmals dystopische, zumeist im viktorianischen Zeitalter angesiedelte, kontrafaktische oder virtuelle Geschichte beschrieben wird. Steampunk wird als eine Variante der Science-Fiction bezeichnet und zählt allgemein zur Kategorie der Alternativweltgeschichten."