Mittwoch, 27. Juli 2016

Zwei Tage danach.

Wie viel Trauer um einen verstorbenen Menschen ist normal? Ein Tag, zwei Tage, mehrere Wochen? Darf ich um jemanden trauern, den ich fast nur virtuell kannte? Welche Dosis wäre da wohl angemessen? Wer bestimmt das? Darf ich das überhaupt? Warum nimmt mich das so mit? Oh Gott, eine Erklärung muss her! Schnell! Sonst wirkt das pathologisch. Übertrieben. Much too much. Wie viel Trauer ist den Menschen zumutbar? Ich weiß es nicht. Aber ich bin traurig. Sehr. In Wellen. Eine Gebrauchsanweisung wurde nicht mitgeliefert.

  

Samstag, 7. Mai 2016

[Rezension] Vom Jein zum Ja! - Stefanie Stahl

Schon vor längerer Zeit stieß ich auf das Buch "Jein - Beziehungsängste erkennen und bewältigen" von Stefanie Stahl. Eine lohnenswerte Lektüre, erklärt sie doch von Grund auf, wie der Hase (davon) läuft und wie es zu den oft nur schwer verständlichen, erst recht schwer verdaulichen Verhaltensweisen beziehungsängstlicher Menschen kommt. Umso mehr freute ich mich nun auf die Lektüre das Nachfolgebandes "Vom Jein zum Ja!", das mir der Ellert & Richter-Verlag in einer E-Mail als Rezensionsexemplar anbot. "Beziehungsangst verstehen und lösen" lautet der Untertitel des Buches, das verspricht: Wenn es bislang nicht geklappt hat, geht es jetzt ans Eingemachte. Ich hatte entsprechend hohe Erwartungen an den Inhalt, doch wurde ich leider enttäuscht.

Sonntag, 6. März 2016

[Rezension] „Rosaleens Fest“ – Anne Enright

Im englisch-sprachigen Raum ist der Roman „The Green Road“ von Anne Enright bereits mit dem Irish Book Award 2015 ausgezeichnet worden. Inzwischen ist das Buch in der deutschen Übersetzung von Hans-Christian Oeser und unter dem Titel „Rosaleens Fest“ erschienen. Episodisch schildert sie darin aus den verschiedenen Perspektiven einzelner Familienmitglieder eine Geschichte von insgesamt 25 Jahren. Der Vater? Tritt in der Erzählung in den Hintergrund. Die Mutter dominiert das Geschehen, erst recht da auch sie eigentlich eine abwesende Mutter ist, zumindest emotional.

Sonntag, 14. Februar 2016

[Rezension] "Among Women" - Samaneh Khosravi

Das Bild, das wir in Deutschland von iranischer Frauen haben, ist nicht selten geprägt von Klischees. Verschleierte, gleich geschaltete Gestalten, bis zum Boden verhüllt - so stellt sich manch einer die muslimische Frau vor, egal woher sie stammt. Tatsächlich ist die arabische Welt vielfältig. Schönheit und Ästhetik spielen im Leben iranischer Frauen eine große Rolle. Manch Ritual findet öffentlich, manches hinter verschlossenen Türen statt. Die Fotografin Samaneh Khosravi hat den Frauen ihres Herkunftslandes ein Gesicht gegeben - oder so sollte man vielmehr sagen: viele Gesichter.

Sonntag, 7. Februar 2016

[Rezension] „Mitternachtsclowns“ – J.J. Howard


Überraschend gerät das Leben der Schülerin Lexi aus den Fugen. Ihr Vater stirbt und lässt seine Tochter mittellos zurück. Lexis Mutter hat sich schon vor Jahren aus dem Staub gemacht. Alleine macht sich Lexi auf den Weg zu einem Zirkus, um ihre Mutter zu treffen, die sie dort vermutet. Doch die ist nicht auffindbar. Stattdessen bahnen sich neue Freundschaften an und auch die eine oder andere romantische Verstrickung.


Freitag, 1. Januar 2016

Rückblick & Lesestatistik 2015

Als ich in mein Lesejahr 2015 startete, hatte ich mir viel vorgenommen. Ein Buch pro Woche, so lautete die Devise. Das betraf sowohl das Lesen als auch das Bloggen. Während ich letzteres auf dem Seitenfresserchen nicht ganz durchgehalten habe (38 Artikel in 52 Wochen), kann sich meine Leseliste für 2015 sehen lassen. Bevor ich im Detail darauf eingehe, was mich derweil so beschäftigt hat, hier erstmal das Wichtigste in Zahlen:

Meine Leseliste 2015


Insgesamt gelesene Bücher: 64
Romane/Krimis: 38
Sachbücher: 14
Autobiografien/Biografien: 12
Gelesene Seiten: 21.062
Lesestärkster Monat: Mai (8 Bücher)
Leseschwächster Monat: November (2 Bücher)

Freitag, 11. Dezember 2015

[Rezension] "Die Hochzeit der Chani Kaufman" - Eve Harris

Es klingt wie eine Geschichte aus dem vorherigen Jahrhundert: Chani und Baruch werden heiraten. Tatsächlich aber haben sie sich erst wenige Mal gesehen und noch kein einziges Mal berührt. Das, was in der Hochzeitsnacht zwischen ihnen geschehen soll, ist für sie ein Mysterium, keiner erklärt es ihnen. Entscheidend ist: Sie beide haben der Hochzeit zugestimmt und werden nach streng religiösen, das heißt in diesem Fall nach jüdisch-orthodoxen Maßstäben leben.



Freitag, 4. Dezember 2015

[Rezension] "Tote Models nerven nur" - Vera Nentwich

Tote Models können einem schon gehörig auf den Zeiger gehen. Zumindest dann, wenn sie einem direkt vor die Füße gespült werden und man selber prompt unter Verdacht gerät, die Finger im Spiel zu haben. So ergeht es Sabine, als sie sich mit ihrer Erzfeindin Judith treffen will, um sich - sie kann es selbst kaum glauben - bei ihr zu entschuldigen. Daraus wird allerdings nichts, denn Judith steckt kopfüber im Dorfteich und gibt keinen Mucks mehr von sich. Sie ist mausetot. Als wäre das noch nicht genug, dreht auch noch Sabines Chef am Rad und macht ihr Vorhaltungen. Um ihre Reputation wieder herzustellen, versucht Sabine im beschaulichen Grefrath nun selbst, den wahren Mörder aufzuspüren.


Freitag, 27. November 2015

[Rezension] "Die Glücksformel" - Stefan Klein

Was, wenn es eine Formel gäbe, die es dir ermöglicht, einfach glücklich zu sein? Nichts müsstest du mehr dem Zufall überlassen, ein Puzzleteil fügte sich wie von selbst in das andere. Eine schöne Vorstellung, denn wer wünscht sie sich schließlich nicht, die vollkommene Zufriedenheit? Ganz so einfach ist es freilich nicht, auf der Welle der guten Gefühle zu schwimmen. Allerdings ist es auch nicht so schwer, wie man manchmal glaubt. Das zumindest ist eine meiner Erkenntnisse nach der Lektüre von Stefan Kleins "Die Glücksformel".


Freitag, 20. November 2015

[Rezension] "Malina - Versteck der Sprache" - Sandra Boihmane

Vieles ist über das Todesarten-Projekt von Ingeborg Bachmann geschrieben worden. "Malina", der erste von ursprünglich drei geplanten Teilen, erschien 1971 und ist seitdem zum Kultubuch avanciert. Als "Todesart" bezeichnete die Autorin alles, was im zwischenmenschlichen Bereich Schaden an den Menschen anrichtet.

Ihre weibliche Hauptfigur in "Malina" stattete sie mit einem männlichen Alter Ego aus. Über den Namen dieses - man kann fast sagen: zweiten Protagonisten hat Sandra Boihmane bereits im vergangenen Jahr ihre Arbeit "Malina - Versteck der Sprache" vorgelegt.